[QUBE CARCARE] Kerzen und Raumdüfte – mehr als nur hübsche Deko, sie sind vielleicht …
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Der erste Schritt war eine Duftkerze mit Zedernholz und Bergamotte, direkt auf dem Fensterbrett neben der . Der Geruch schnitt den Raum in zwei Hälften – links die Arbeitsecke mit Laptop, rechts die Loungezone mit dem Sofa. Zuhause fühlte ich mich sofort wohler, auch wenn die Wohnung immer noch eng war. Aber Kerzen und home fragrances können noch mehr: Sie lenken von den harten Fakten eines kleinen Grundrisses ab. Ein Freund von mir hat eine winzige Einzimmerwohnung mit einem Bett mit Stauraum, das tagsüber wie eine Bank aussieht. Er stellt eine schwere Glasflasche mit einem Duft aus Sandelholz und Vanille neben die Lampe, und plötzlich wirkt der Raum entspannter, fast wie eine Suite. Die Düfte kaschieren, was an Platz fehlt.

Doch hier kommt der Haken: Wer auf engem Raum lebt, muss mit offenen Flammen vorsichtig sein, vor allem wenn Kinder oder Haustiere da sind. Ich schwöre auf elektrische Duftlampen mit Zeitschaltuhren oder auf Reed-Diffuser, die ohne Flamme auskommen. Sie stehen auf einem schmalen Regalbrett über dem Heizkörper und verbreiten einen gleichmäßigen Lavendel- oder Rosmarinduft. Das ist besonders praktisch, wenn nachts der Schlafplatz umgebaut wird. In meiner jetzigen Wohnung habe ich einen kleinen Flur, der immer muffig roch, weil die Wäsche dort trocknete. Ein Diffuser mit frischer Zitrusnote vor der Tür zum Bad hat das Problem gelöst, und zwar ohne dass ich jeden Abend eine Kerze anzünden musste.
Wenn Gäste übernachten, wird die Sache noch kniffliger. Ich habe eine klappbare Couch, die sich mit einem Klick-Klack-Mechanismus zum Bett umwandeln lässt. Das ist super, aber der Bezug aus Velourstoff saugt Gerüche wie ein Schwamm. Nach drei Übernachtungen roch das Polster nach Schlaf und Frühstück, egal wie oft ich lüftete. Mein Trick: Ich lege am Morgen vor dem Ausklappen eine Duftkerze mit Baumwoll-Noten auf das geschlossene Sofa und zünde sie für eine halbe Stunde an, während die Gäste unter der Dusche sind. Der warme Duft zieht in den Stoff ein. Und für den Schlaf selbst habe ich einen Tipp von einer Innenarchitektin: Ein offenes Büchlein mit getrocknetem Lavendel zwischen Foam-Matratze und Lattenrost schieben. Das hält Motten fern und der Geruch steigt nachts auf, ohne dass ein offenes Feuer nötig ist.
Das Problem mit Gästen ist ja auch, dass sie oft keinen eigenen Platz für ihre Koffer und Kleider haben. Ich stelle dann einen faltbaren Kleiderständer aus dem Baumarkt auf, und direkt daneben platziere ich einen Kerzenständer mit einer Duftkerze in Bernstein. Das schafft eine kleine Willkommensecke, die nach Hotel riecht, aber persönlicher ist. Ich habe gemerkt, dass es nicht die teuren Markenkerzen sein müssen. Ein Schweden-Discounter hat eine Reihe mit Naturwachs, die genauso gut funktioniert. Wichtig ist nur, dass der Duft nicht zu aufdringlich ist, sonst fühlen sich Gäste überrumpelt. Und wenn sie dann auf der ausklappbaren Couch schlafen, die eine dünne Schaumstoffauflage auf einem Drahtgestell hat? Ein Spray mit Bettwäscheduft auf dem Kopfkissen wirkt Wunder.
Home fragrances sind aber nicht nur für die Luft da, sie können auch die Akustik beeinflussen. Klingt verrückt, aber in meinem Zimmer mit hohen Decken hallten Schritte und Stimmen hart nach. Seit ich eine große Vase mit Trockenblumen und einigen Duftstäben in der Ecke stehen habe, ist der Raum weicher geworden. Die Stäbe brechen die Schallwellen ein bisschen, und der Duft von Holz und Tabak macht den Raum gemütlicher, ohne dass ich Polstermöbel stapeln muss. Bei einer Freundin, die eine Wohnküche hat, funktioniert das mit einem Diffusor auf der Arbeitsplatte genauso. Sie stellt ihn neben die Gewürze, und der Duft von Kardamom und Orange mischt sich mit dem Kochgeruch, statt ihn zu überdecken.
Natürlich muss man beim Kauf von Kerzen und home fragrances auf die Inhaltsstoffe achten. Kein billiges Paraffinöl, das nach Chemie stinkt und die Kopfschmerzen verschlimmert. Ich kaufe nur Sojawachs oder Bienenwachs aus lokaler Produktion. Und die Duftöles in den Diffusern lasse ich mir im Bioladen abfüllen. Das ist nicht teurer als die Drogerieware, riecht aber natürlicher und hält länger. Wenn ich eine neue Kerze anzünde, mache ich immer ein kleines Ritual daraus: Fenster für zehn Minuten auf, dann Kerze in die Mitte des Raumes, und der ganze Alltagsstress verfliegt mit der ersten Rauchspirale.
Zum Schluss noch eine Idee für alle, die wenig Stellfläche haben: Hängen Sie einen Duftteil aus Filz an den Kleiderbügel im Kleiderschrank. Das erspart Ihnen den Platz für eine große Kerze und duftet Ihre Kleidung gleich mit. Und wer keine offenen Regale mag, kann ein kleines Tablett mit einer Votivkerze und einem getrockneten Eukalyptuszweig auf das Sideboard stellen. So wird der Eingangsbereich zur Wohlfühloase, noch bevor man die Schuhe ausgezogen hat. Kerzen und home fragrances sind eben die schnellste und günstigste Renovierung, die es gibt. Einfach anzünden, hinsetzen, durchatmen.
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